TISCHTENNIS "HILFT"!!!
Heute möchte ich euch mal berichten, warum meine Lieblingsportart Tischtennis so gut und wichtig für unseren Körper und Geist ist, aber auch Vorbeuge vor Parkinson, Demenz und MS.
EIN ALLESKÖNNER!!!❤️🏓😄
LOS GEHT’S:
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Der unterschätzte Gehirn-Booster💪👌
Tischtennis fördert die Gesundheit des Gehirns wie kaum ein anderer Sport. Neue Studien belegen, dass der schnelle Rückschlagsport die neuronale Plastizität stärkt und sogar therapeutisch eingesetzt wird. Experten sehen in ihm eine der besten Aktivitäten für den Geist – in jedem Alter.
Jeder Ballwechsel ist ein Hochleistungstraining für das Gehirn. In Millisekunden muss es Flugbahn, Gegnerreaktion und eigene Bewegung berechnen. Diese Anforderung aktiviert gleichzeitig mehrere Hirnareale: den präfrontalen Kortex für Entscheidungen und das Kleinhirn für die Motorik.
Diese intensive Beanspruchung fördert die neuronale Plastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen. Regelmäßiges Spiel stärkt bestehende Verbindungen und bildet neue Synapsen.
Der Effekt überträgt sich auf Alltagsfähigkeiten wie Konzentration und Reaktionsschnelle.
Vergessen Sie öfter Namen oder fällt es Ihnen schwer, neue Informationen lange zu behalten? Solche kleinen Aussetzer müssen nicht bleiben.
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Schärferer Geist durch präzise Koordination
Tischtennis verknüpft kognitive und motorische Fähigkeiten auf einzigartige Weise. Die extreme Hand-Auge-Koordination trainiert, visuelle Informationen blitzschnell in Bewegung umzusetzen. Studien zeigen: Spieler haben kürzere visuelle Reaktionszeiten als Nichtsportler.
Die Sportart schult strategisches Denken und Entscheidungen unter Druck.
Eine Untersuchung der Deutschen Sporthochschule Köln fand eine Korrelation zu besseren schulischen Leistungen. Die hier trainierten Fähigkeiten sind auch abseits der Platte wertvoll.
Therapie bei Parkinson und Demenzprävention
Die neurologischen Effekte machen Tischtennis für die Medizin interessant. Bei Parkinson nutzen Initiativen wie “PingPongParkinson” den Sport gezielt. Die rhythmischen, schnellen Bewegungen können Feinmotorik, Gleichgewicht und Beweglichkeit verbessern.
Auch in der Demenzprävention gilt Tischtennis als wirksames Mittel. Die kognitiv fordernde Aktivität erhöht die Durchblutung und fördert die Zellgesundheit im Gehirn. Experten gehen davon aus, dass sie den kognitiven Abbau verlangsamen kann.
Auf dem Weg zum anerkannten Gesundheitssport
Die wissenschaftliche Evidenz führt zu einer Neubewertung. Tischtennis trägt in Deutschland bereits das Qualitätssiegel “SPORT PRO GESUNDHEIT” von DOSB und Bundesärztekammer. Es ist die erste Spielsportart mit dieser Auszeichnung.
Die geringe Verletzungsgefahr und Anpassbarkeit machen den Sport für alle Altersgruppen zugänglich. Die Forschung entschlüsselt weiter die Mechanismen – doch schon heute ist klar: Der Griff zum Schläger ist eine der effektivsten Methoden, um Geist und Koordination langfristig fit zu halten.
Koordination und Reaktionsfähigkeit verbessern – Warum Tischtennis mehr ist als nur ein Freizeitspiel
Tischtennis? Ist das nicht das Spiel, das man im Jugendzentrum, im Keller oder bei schlechtem Wetter im Urlaub manchmal spielt? Falsch gedacht! Wenn Ihr denkt, Tischtennis sei nur ein bisschen Ping-Pong mit Klappnetz und Klack-Klack-Geräuschen, dann lasst Euch überraschen.
Denn: Tischtennis ist ein echtes Multitalent!
Inbesondere, wenn es um Koordination, Reaktion, mentale Fitness und sogar Fitness geht – ja, auch abseits vom klassischen Krafttraining.
• Tischtennis viel mehr als ein Freizeitspiel ist, wie es Eure sportliche Leistungsfähigkeit verbessert und wie Ihr es gezielt als Ergänzung in Euren Trainingsalltag integrieren könnt. Also worauf wartet Ihr noch? Ran an die Tischtennisplatte und los geht’s!
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Warum Koordination und Reaktionsfähigkeit so wichtig sind
Bevor wir uns dem Schläger widmen, machen wir kurz klar: Was genau sind eigentlich Koordination und Reaktionsfähigkeit – und wofür braucht Ihr das?
Koordination
Koordination ist die Fähigkeit, Bewegungen zielgerichtet, präzise und kontrolliert auszuführen.
Dazu gehören z. B.:
• Hand-Auge-Koordination
• Gleichgewicht
• Feinmotorik
• Rhythmusgefühl
Je besser Eure koordinativen Fähigkeiten sind, desto effizienter und flüssiger bewegt Ihr Euch – im Training und im Alltag.
Reaktionsfähigkeit
Reaktion ist die Fähigkeit, schnell und angemessen auf Reize zu reagieren. Das kann ein Ball sein, ein Signal beim Sprint, eine Bewegung beim Gegner – oder auch nur der Stolperstein auf dem Gehweg.
Kurz gesagt: Wer gut reagiert, ist schneller, sicherer und leistungsfähiger.
Was Tischtennis mit Eurem Gehirn und Körper macht
Beim Tischtennis müssen extrem viele Dinge gleichzeitig passieren – und zwar in Sekundenbruchteilen:
• Augen folgen einem sich rasend schnell bewegenden Ball
• Das Gehirn kalkuliert Flugbahn, Rotation und Geschwindigkeit
• Der Körper muss blitzschnell reagieren, Position wechseln und präzise zuschlagen
• Dabei wird noch gezielt platziert, getrickst und antizipiert
Klingt wie Hochleistungssport? Ist es auch!
Studien zeigen: Tischtennisspieler haben überdurchschnittlich ausgeprägte visuelle Wahrnehmung, schnelle motorische Reaktionen und ein stark trainiertes Arbeitsgedächtnis.
Es ist quasi Gehirnjogging im Highspeed-Modus.
5 Gründe, warum Tischtennis Euer Training sinnvoll ergänzt
1. Verbessert Eure Koordination auf Top-Niveau
Kein Sport erfordert so präzise Hand-Auge-Koordination wie Tischtennis – denn Ihr habt oft nur 200 Millisekunden Zeit, um auf einen Ball zu reagieren. Wer das meistert, hat auch beim Krafttraining oder funktionellen Workouts mehr Körperkontrolle.
2. Reaktionsfähigkeit wie ein Ninja
Die Geschwindigkeit eines Tischtennisballs kann bis zu 100 km/h betragen – auf einer Tischlänge von nur 2,74 Metern.
Regelmäßiges Spielen trainiert Eure Reflexe und macht Euch auf dem Feld, im Gym oder im Alltag reaktionsschneller.
3. Mentales Training inklusive
Tischtennis fordert Eure Konzentration, Entscheidungsfähigkeit und mentale Flexibilität. Ihr lernt, unter Druck ruhig zu bleiben, taktisch zu denken und schnell umzuschalten – auch ein Plus für komplexe Trainingssituationen.
4. Kardiovaskuläre Belastung unterschätzt
Wer denkt, Tischtennis sei keine körperliche Herausforderung, hat noch nie ein Match auf Augenhöhe gespielt.
Kurze, intensive Bewegungen – kombiniert mit Richtungswechseln – bringen Euer Herz-Kreislauf-System ordentlich auf Trab.
5. Low-Impact, High-Benefit
Ideal für Regenerationstage oder Wiedereinstieg nach Verletzungen: Tischtennis ist gelenkschonend, aber trotzdem koordinativ fordernd – und macht dabei einfach Spaß!
Was sagt die Wissenschaft?
Hier ein paar spannende Erkenntnisse:
• Neurologische Effekte: Studien zeigen, dass Tischtennis die Aktivität im präfrontalen Cortex (Zentrum für Planung, Aufmerksamkeit und Entscheidungsprozesse) fördert. Besonders bei älteren Menschen kann regelmäßiges Spielen kognitive Fähigkeiten signifikant verbessern [2].
• Reaktionszeit: In einer Untersuchung von Bhabhor et al. hatten Tischtennisspieler deutlich kürzere visuelle Reaktionszeiten als Menschen, die nicht regelmäßig Tischtennis spielen [3].
• Bewegungsökonomie: Die schnelle und präzise Bewegungsausführung auf engem Raum verbessert Eure Bewegungsintelligenz – ein Schlüssel für alle Sportarten.
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So integriert Ihr Tischtennis in Euren Trainingsalltag
Warm-up oder Cool-down
10–15 Minuten lockeres Spiel vor oder nach dem Training – perfekt, um das Nervensystem anzuregen oder runterzufahren.
Koordinatives Zusatztraining
Baut 1x pro Woche eine gezielte Tischtennis-Session ein, um Eure Reflexe und das Zusammenspiel von Kopf & Körper zu trainieren
Familiensport mit Mehrwert
Tischtennis eignet sich auch super für Partnertraining oder Familienaktivitäten. Ihr tut Eurem Körper was Gutes – ohne dass es sich wie „Training“ anfühlt.
Fazit: Tischtennis ist smarter als sein Ruf
Ob Ihr Leistungssportler*innen seid, Eure Koordination verbessern wollt oder einfach einen neuen Weg sucht, Euer Training zu ergänzen – Tischtennis ist ein echter Alleskönner.
Es trainiert Reaktion, Konzentration, Motorik und Beweglichkeit – in einer Form, die Spaß macht und kaum Verletzungsrisiko birgt. Perfekt also als smarter Baustein in einem ganzheitlichen Trainingskonzept.
Challenge für diese Woche:
Spielt 2–3 kurze Matches Tischtennis – ob mit einem Freund, in der Pause oder abends zur Entspannung. Achtet dabei auf Eure Bewegungen, Eure Reaktion und wie schnell Ihr denkt.
Und wer weiß? Vielleicht entdeckt Ihr eine völlig neue Form von Fitness, die bisher unter dem Radar lief.
Tischtennis hilft
Schwierig ist die Prognose, wie schnell der (neuronale) Verfall bei Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose (MS) voranschreiten wird. Hoffnung gibt nun eine zufällige Entdeckung. Auch wenn es verblüffend klingt:
Tischtennis hilft.
Durch Lernprozesse kann das Gehirn sich neu strukturieren (Neuroplastizität). Ist ein Hirnareal in seiner Funktion gestört, versuchen benachbarte Areale, die Funktion des geschädigten Hirnbereichs zu übernehmen.
Das ist möglich, weil die Nervenzellen des Gehirns in der Lage sind, sich neu zu verknüpfen. So kann das Gehirn Schäden, zum Beispiel durch einen Schlaganfall, zum Teil kompensieren.
In Zusammenarbeit mit der Selbsthilfegruppe aktiv trotz Schlaganfall nimmt der TTC auch an der Selbsthilfemeile des Wetteraukreises teil.
Hier der link auf die Veranstaltung. https://wetteraukreis.de/selbsthilfe/aktuelles/selbsthilfe-meile
Warum Tischtennis für Schlaganfallpatienten
Nach einem Schlaganfall sind viele Patientinnen und Patienten von Einschränkungen betroffen. Das können zum Beispiel Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen sein. Doch mithilfe geeigneter Therapien haben Betroffene die Chance, verlorene Fähigkeiten neu zu erlernen. Die sogenannte Neuroplastizität des Gehirns macht es möglich.
Neue Verknüpfungen entstehen
Durch Lernprozesse kann das Gehirn sich neu strukturieren. Ist ein Hirnareal in seiner Funktion gestört, versuchen benachbarte Areale, die Funktion des geschädigten Hirnbereichs zu übernehmen. Das ist möglich, weil die Nervenzellen des Gehirns in der Lage sind, sich neu zu verknüpfen. So kann das Gehirn Schäden, zum Beispiel durch einen Schlaganfall, zum Teil kompensieren.
Japanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass Tischtennis ideal ist, um neuronalen Verfall zu verlangsamen. Es erfordere sowohl grob- als auch feinmotorische Kontrolle als auch eine rasche Verarbeitung von Sinnesreizen. Das wiederum führe zur verbesserten Funktion neuronaler Netzwerke.
Das Gute an Tischtennis: Man kann es bis ins hohe Alter spielen
Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose (MS) – furchtbare Diagnosen. Bei allen ist klar: Eine Heilung gibt es nicht. Schwierig ist auch die Prognose, wie schnell der (neuronale) Verfall voranschreiten wird. Hoffnung gibt nun eine zufällige Entdeckung. Auch wenn es verblüffend klingt: Tischtennis hilft.
Die Entdeckung
Als der US-Mediziner Dr. Antonio Barbera 2016 die Diagnose MS erhält, dauert es nicht lange, bis er seinen Beruf als Gynäkologe nicht mehr ausüben kann. Er verbringt seine Zeit nun immer öfter zu Hause, spielt viel Tischtennis – und stellt fest, dass sich durch den Sport seine Symptome verbessern.
Barbera gründet daraufhin zusammen mit der Profispielerin Francesca Vargas die gemeinnützige Organisation Table Tennis Connections. Sie entwickeln ein 12-Wochen-Programm, das bei Betroffenen MS-Symptome lindern soll.
Um den Erfolg zu messen, startet momentan eine Studie mit 40 Patienten. Über sechs Wochen sollen sie zweimal wöchentlich Tischtennis spielen. Kontrolliert werden Gleichgewicht, Mobilität und Gedächtnisleistung. Die Daten werden von der „University of Colorado School of Medicine“ ausgewertet.
Tischtennis kann die MS-Therapie revolutionieren. Tatsächlich gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass Tischtennis bei neurodegenerativen Erkrankungen helfen könnte.
Wie sich Tischtennis aufs Gehirn auswirkt
Bisher lag der Fokus der Wissenschaftler auf Erkrankungen wie Demenz und Parkinson. Die Mechanismen, die dahinterstecken, sind allerdings die gleichen: Tischtennis erfordert nicht nur Beweglichkeit und Reaktionsschnelligkeit, sondern auch eine gute Hand-Auge-Koordination, fokussierte Aufmerksamkeit, Weitsicht und die Fähigkeit, verschiedene Techniken und Taktiken umzusetzen.
Laut einer japanischen Studie ist Pingpong deshalb ideal, um neuronalen Verfall zu verlangsamen. Es erfordere sowohl grob- als auch feinmotorische Kontrolle als auch eine rasche Verarbeitung von Sinnesreizen. Das wiederum führe zur verbesserten Funktion neuronaler Netzwerke.
„Tischtennis kann, ähnlich wie Tanzen oder Boxen, Bewegungsabläufe für Parkinson-Erkrankte möglich machen, die ansonsten im Alltag nicht mehr möglich sind“, sagt Georg Ebersbach, Chefarzt des Parkinsonzentrums der Beelitz-Heilstätten bei Potsdam
Tischtennis als Teil der physikalischen Therapie bei Parkinson
https://www.pingpongparkinson.de/tischtennis-als-teil-der-physikalischen-therapie-bei-parkinson
„Tischtennis kann, ähnlich wie Tanzen oder Boxen, Bewegungsabläufe für Parkinson-Erkrankte möglich machen, die ansonsten im Alltag nicht mehr möglich sind“, sagt Georg Ebersbach, Chefarzt des Parkinsonzentrums der Beelitz-Heilstätten bei Potsdam.
PingPongParkinson Deutschland e. V.
ist der bundesweite Zusammenschluss von kooperierenden Vereinen und Einzelpersonen, der sich – mit dem Mittel Tischtennis – überwiegend ehrenamtlich um Personen mit Parkinson und deren Angehörige kümmert.
Zu den wichtigsten Zielen der physikalischen Therapie bei Parkinson gehören die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung der Beweglichkeit, häufig werden aber auch Schmerzfreiheit beziehungsweise -reduktion sowie die Verbesserung der Partizipation und der Selbstständigkeit genannt (Parkinson-Leitlinie DGN, 2016).
Die Therapie für Patienten mit Morbus Parkinson muss, auch im Hinblick auf die sehr unterschiedlichen Symptome, interdisziplinär gestaltet sein.
Die Logopädie behandelt die beim idiopatischen Parkinson-Syndrom in aller Regel auftretenden Stimm- und Sprechstörungen sowie etwaige Schluckprobleme.
Die Ergotherapie hat das Ziel, den Patienten, der in seiner alltäglichen Handlungsfähigkeit beschränkt ist, zu stärken. Der Patient soll sich selbst versorgen können und wieder aktiv in seiner gesellschaftlichen Umwelt tätig sein und so seine Lebensqualität zu verbessern.
Die Physiotherapie soll ergänzend für ein aktives Training sorgen, um die Bewegungsstörungen, die die motorischen Kardinalsymptome bei Morbus Parkinson darstellen, zu therapieren.
Behandlungsziele in der Physiotherapie bei Parkinson sind:
• Selbstständigkeit und aktive Teilhabe am Leben
• Förderung und Verbesserung der Beweglichkeit, der Koordination und des Gleichgewichts
• Regulierung der Muskelspannung
• Vermeidung von Versteifungen
• Förderung von Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit
Parkinson-Betroffene sollen nicht vorwiegend passiv therapiert werden. Das pro-aktive Tischtennis-Spielen hat einen durchweg positiven Einfluss auf die wichtigsten Behandlungsziele der physikalischen Therapie bei Parkinson.
Selbstständigkeit und aktive Teilhabe am Leben
PPP verfolgt das Ziel, die Personen mit Parkinson langfristig an den Tischtennissport zu binden, sowie die Bildung einer eigenen Gesundheitskompetenz zu fördern, die sich im Idealfall im lebenslangen Sporttreiben äußert. Mit seinem geringen Verletzungsrisiko ist Tischtennis eine körperliche Betätigung für jedermann.[1]
Dieses gilt im besonderen Maße für Menschen, die nie oder lange nicht mehr Sport getrieben haben. Gerade diese Personen mit Parkinson, denen regelmäßig auch die Durchführung eines eigenen Trainingsprogrammes schwer fallen dürfte, sollen vom Nicht-Sportler zum „Therapie-Sportler“ geleitet werden.
Tischtennis verbindet einerseits die sportlichen und gesundheitlichen Aspekte mit dem Spaß am Spiel. Andererseits kann man es nicht alleine spielen. Also kommt man unter Leute, von jedem Alter oder Geschlecht. Man kann sich also unterhalten, muss es aber nicht.
Auch aus psychologischer Sicht gesehen ist Tischtennis damit die perfekte Therapieform für Parkinsonpatienten.
Die Ärzte und Wissenschaftler Dr. Tomohiko Sato[2] und Dr. Teruaki Mori[3] stellen in einer Studie fest, dass ein Grund für die signifikante Verbesserung der Symptome durch Tischtennistraining sei, dass „die Patienten sich an der Tischtennis-Therapie erfreut hätten, was bei anderen, eher funktionalen, Therapien nicht der Fall sei. Sie seien motiviert gewesen, aktiv teilzunehmen.“
„There is no doubt, that table tennis increased their will!“
Dr. Tomohiko Sato
Dr. Teruaki Mori
Förderung und Verbesserung der Beweglichkeit, der Koordination und des Gleichgewichts
Tischtennisspielen fördert das, was die Parkinson-Erkrankung den Betroffenen nimmt, die Beweglichkeit. Es beansprucht, vergleichbar mit Aerobic, den Ober- als auch den Unterkörper und bringt dazu, sich auf jede erdenkliche Art und Weise zu bewegen –
sich zu drehen, sich tief herunterzubeugen, hoch hinaufzureichen und von einer Seite zur anderen zu drehen.
Zudem werden verschiedene koordinative Fähigkeiten wie die Auge-Hand-Koordination trainiert, da der Ball geschlagen wird, ohne auf den Schläger zu schauen.
Das international anerkannte schwedische Karolinska Institutet kommt in einer Pilotstudie zu dem Ergebnis, dass Tischtennistraining sicher sei, machbar ist und das Potenzial hat, die Gleichgewichtskontrolle und die körperliche Funktion bei Personen mit Parkinson zu verbessern.[4]
Regulierung der Muskelspannung
Bei Parkinson treten zwar keine Lähmungen auf, die Muskelkraft bleibt, zumindest weitgehend, erhalten. Jedoch sind die Muskeln oft, und auch in Ruhe, dauerhaft angespannt. Dieses führt bei den Betroffenen, oftmals im Schulter- und Nackenbereich zu Schmerzen.
Die Regulierung der Muskelspannung dient bei Personen mit Parkinson also vor allem der Schmerzreduktion.
Die in trainierten, fließenden Automatismen ausgeführten Bewegungen, und das Gefühl, nicht darüber nachdenken zu können, sowie die Millimeter, die darüber entscheiden können, ob ein Ball „kommt“ oder nicht – Tischtennis spielt man nicht bewusst, aber man bewegt sich. Tischtennis fördert den Bewegungsstart und die Bewegungsausführung, und Bewegung ist das wohl beste Mittel zur Regulierung der Muskelspannung.
Weiterhin kann die Sicherheit der Bewegungen durch Tischtennis erheblich gebessert werden. Dazu werden Kraft und Dehnbarkeit trainiert. Selbst die Schnelligkeit lässt sich durch Tischtennis positiv beeinflussen.
Und das Spielen im Unterbewusstsein, das „Abschalten“, das Ausblenden psychischer Anspannung und seelischen Stresses, ist ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor, auch für die Muskelentspannung.
Vermeidung von Versteifungen
Hilfreich in der Parkinson-Therapie können sogenannte Cues sein. Dies sind Schlüsselreize wie Klatschen, Takt, Musik oder auch visuelle Cues wie Linien oder Striche.
Die positive Wirkung von Tischtennis bei Parkinson kann so weit gehen, dass das Klicken des Balles als akustischer Stimulus beim Freezing, einem Symptom der Erkrankung, als Startsignal für die Bewegung dienen kann. Der Kontrast des Balles zum Tisch ist zudem besonders geeignet, um visuell zu stimulieren.
Die Universität in Fukuoka (Japan) hat in einer 6-monatigen Studie untersucht, ob Tischtennistraining die motorischen und nicht-motorischen Funktionen von Patienten mit Parkinson verbessert. Die 12 Patienten nahmen 6 Monate lang einmal pro Woche an 5-stündigen Trainingssitzungen teil. Nach 3 und 6 Monaten waren signifikante Verbesserungen festzustellen hinsichtlich:
• Sprechen
• Schreiben
• Ankleiden
• Speichel und Sabbern
• Aufstehen aus dem Bett, dem Auto oder einem tiefen Stuhl
• Hobbys und andere Aktivitäten
• Gehen und Gleichgewicht
• Gesichtsausdruck
• Haltungsstabilität und Haltung
• Steifheit
• Langsamkeit der Bewegung
• Handzittern[1]
Zu den unerwünschten Ereignissen gehörten Sturz- und Rückenschmerzen bei jeweils einem Patienten.
[1] Kenichi Inoue, Fukuoka University, American Academy of Neurology, February 25, 2020,
Förderung von Ausdauer, Kraft und Belastbarkeit
Tischtennis ist in Deutschland die erste Spielsportart, die im Namen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT vergeben darf. Das Qualitätssiegel wurde vom DOSB gemeinsam mit der Bundesärztekammer entwickelt. Grundlage hierfür waren zwei Studien des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Magdeburg Dieses untersuchte im Jahr 2003 die Wirkung eines gesundheitsorientierten Ausdauertrainings mit Tischtennis. Bei entsprechender Planung und festgelegter Regeln eignen sich Rundlaufvariationen sehr gut für ein Ausdauertraining.
Die Möglichkeiten zur Variation der Laufwege bei den Übungsformen ermöglichte den Teilnehmern eine individuelle Steuerung ihres Trainings. Die erzielten Effekte der Untersuchung waren mit den Effekten eines Walkingprogramms vergleichbar.[6]
Zudem beobachten Teilnehmer an dem Trainingsprogramm, dass sich nach einer Tischtennis-Einheit die nachfolgend erforderliche Medikamentendosis reduziert.
Dieses liegt mutmaßlich daran, dass L-Dopa als Medikament beim Sport das Gehirn schneller erreicht. Vor dem Hintergrund, dass mit fortschreitender Erkrankung die Wirkungsdauer der heute bekannten Parkinson-Medikamente nachlässt, kann Tischtennis also das Potential haben, die Dauer der Medikamentenwirksamkeit zu verlängern.
“Tischtennis erscheint mir der ideale Sport bei der Parkinsonerkrankung zu sein. Hätte ich diese Erkenntnis früher gehabt, hätte ich Tischtennis bestimmt meinen Parkinsonpatienten empfohlen!“
Dr. med. Rudolf Brodhun,
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
Ehemaliger leitender Arzt der Klinik für Neurologie in Seesen
Konzentrationssteigerung und Gedächtnisverbesserung
Tischtennis ist ein Spiel der Konzentration, Strategie und Koordination und trainiert das Konzentrations- und Reaktionsvermögen sowie das Gedächtnis. Man muss sich konzentrieren, um den Ball durch den Raum verfolgen zu können, Spins herausfinden und Schläge und Strategien planen können. Die gefundene Taktik muss erfolgreich ausgeführt werden und dabei sollte man die ganze Zeit ruhig bleiben, um beim Spielen nicht zu nervös zu werden.
Dr. Tomohiko Sato und Dr. Teruaki Mori stellen in der bereits zitierten Studie heraus, dass es eine objektive Feststellung sei, dass durch das Spielen von Tischtennis die Aufmerksamkeit und die Konzentration sowohl gestiegen sei, als auch länger andauere.[7]
Das Training des Gedächtnisses, also der Fähigkeit, Informationen aufzunehmen, zu speichern und bei Bedarf wieder abzurufen, ist ein weiterer positiver Aspekt des Tischtennis.
Tischtennis erfordert einen entwickelten Sinn für Strategien, der dem des Schachspiels ähnlich ist. Das Spiel beginnt lange vor dem ersten Aufschlag.
Die Bewegungen beim Tischtennis sind dadurch geprägt, dass das Spiel, mit zunehmendem Können, schneller wird. Schnelle Bewegungen werden durch die im Recall-Gedächtnis gespeicherten motorischen Programme kontrolliert. Die Bewertung der grundsätzlichen Situation erfolgt hingegen über das Recognition-Gedächtnis, das Parameter für bestimmte Bewegungen speichert.
So ist festzustellen, dass Komplexität und Geschwindigkeit der Bewegungen beim Tischtennis zugleich einen geistigen Aufbauprozess fördern und damit Gedächtnistraining sind, da verschiedenen Regionen des Gedächtnisses gleichzeitig angesprochen werden.
Das Model, Tischtennis als Teil der physikalischen Therapie bei Parkinson einzusetzen, basiert auch auf der Eigenart von Synapsen (Verbindungen von Nervenzellen), den Nervenzellen selber oder ganzen Hirnarealen, sich zwecks Optimierung laufender Prozesse nutzungsabhängig in ihrer mikroskopischen Anatomie und Physiologie zu verändern, die sogenannte neuronale Plastizität.
Der US-Amerikanische Neurowissenschaftler und Psychiater Dr. Daniel Amen erklärt, das regelmäßige Bewegung die Hormone im Körper anspricht, die das Gehirn jung halten. Körperliche Aktivitäten erhöhen die Durchblutung des Gehirns und fördern die Zellgesundheit.
Dr. Amen bezeichnet Tischtennis als die beste Gehirnsportart. In einem Artikel mit dem Titel “Dummheit und das Gehirn” sagt Dr. Amen:
“Golf ist gut. Tennis ist fantastisch. Tischtennis ist der beste Sport der Welt!
[1] Goupil, Capron, Thoreaux, in: inquiry and health risk management in sports, 2020, S. 687-692, https://www.researchgate.net/publication/340824385_Table_Tennis
[2] Department of Neurosurgery, Almeida Memorial Hospital, Oita, Japan
[3] Department of Neurosurgery, Oita Medical University, Japan
[4] K. Olsson, A. Johansson, E. Franzén. A pilot study of the feasibility and effects of table tennis training in Parkinson’s Disease [abstract]. Mov Disord. 2019; 34 (suppl 2). https://www.mdsabstracts.org/abstract/a-pilot-study-of-the-feasibility-and-effects-of-table-tennis-training-in-parkinsons-disease/. Accessed January 19, 2020.
[5] American Academy of Neurology, February 25, 2020, https://scitechdaily.com/people-with-parkinsons-experienced-significant-improvements-from-playing-ping-pong/
[6] Quelle: Markus Söhngen, Sportwissenschaftler und Referent für Lehrarbeit im Tischtennis-Verband Niedersachsen e. V.
[7] Table Tennis helps brain disease patients in their rehabilitation treatment
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